Immer gegen den Strom?

Titus Dittmann, Münster

Lässige Rebellen, die mit ihrer Haltung und ihrem selbstbewussten Auftreten gegen das Establishment protestieren – dieses Bild von Skatern und Skatekultur mag etwas veraltet erscheinen, verkörpert aber anschaulich den ursprünglichen Spirit des Skatens.

Um zu verstehen, was Skater wirklich bewegt, lohnt ein Blick in die Geschichte des Skatens. Und wer sollte sich damit besser auskennen als Titus Dittmann, der Vater des Skateboardings in Deutschland? Er weiß genau: „Die Skateboardkultur hat sich in den letzten Jahrzehnten extrem entwickelt.“ Und fügt hinzu: „Der Kern dieser Jugendkultur wird natürlich verwässert.“

Was er meint, ist die Entwicklung des Skateboardings von einer Underground-Bewegung hin zum populären Massentrend. Während Skaten vor 40 Jahren Ausdruck des individuellen Lifestyles und Geheimtipp einer verschworenen Gemeinschaft war, stieg im Laufe der Jahre merklich die Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Anziehungskraft der coolen Skateszene, die ihr eigenes Ding durchzieht, wirkte ansteckend. Skateboarding wird inzwischen an Schulen praktiziert, die Bewegung bringt mehr und mehr Profis hervor. Skaten setzt sich zunehmend als Sport durch. „Das ist ein Vorteil für die Skateboarder, die unbedingt davon leben wollen, wofür ihr Herz brennt“, gibt Titus zu.

Am offensichtlichsten zeigt sich die Evolution der Skateboardkultur in der Mode: Trug man früher Polster, Pads und Helme als Zeichen, wie gefährlich man den Sport darstellen wollte, ließ man später die Sicherheitsausrüstung weg. Der Grund hierfür: Skaten war in den USA nur noch mit Schutzkleidung in Parks erlaubt, nicht mehr auf offener Straße. Umso rebellischer wirkten Skater ohne Schutz in der Öffentlichkeit und erregten Aufsehen. Der Untergrundgedanke blieb: „Aus dieser Coolness ist dann eine Art Vorbildcharakter im Style geworden“, sagt Titus Dittmann. Heute denkt aber vermutlich niemand, der Baggy Pants trägt, noch an Protest. Aus dem rebellischen Markenzeichen einer Jugendkultur wurde eine Inspiration für etablierte Modefirmen.

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