Zufällig Fotograf

Frank Dursthoff, Düsseldorf

Frank Dursthoff: Bezwinger des Zombie-Boys
Bezwinger des Zombie-Boys
HelloFrank Dursthoff

Fotograf, Partyveranstalter, Musiker und Produzent – der Düsseldorfer Frank Dursthoff passt in keine Schublade. Zu Besuch bei einem, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, beweglich zu bleiben.

Von Platin bis Playboy

Frank Dursthoff ist in Düsseldorf eine Art Hansdampf in allen Gassen. Oder, wenn man nach seinen Tätowierungen, Ketten und Kleidungsstücken urteilt, eher der bunte Hund der Stadt. Dass er heute Fotograf ist, bezeichnet er selbst als Zufall. Man könnte aber auch sagen, er hat die Wendungen in seinem Leben einfach mitgenommen. Bevor er Fotograf wurde, arbeitete Dursthoff über 15 Jahre als Musiker, Komponist und Produzent. Er schrieb Songs für Sarah Connor und viele andere, sammelte einige Platin-Platten ein und rutschte so, "als der Spaß aus der Musikindustrie raus war" en passant in die Fotografie. Seine ersten Models waren seine eigenen Musiker, aus einem Hobby wurde schnell eine große Leidenschaft und ein echter Erfolg. Zweimal haben es seine Fotos schon auf das Cover des "Playboy" geschafft. Klingt eher nach Vorbestimmung als nach Zufall.

Bezwinger des Zombie-Boys

Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht der Mensch. Die Interaktion vor der Kamera, das Abpassen des perfekten Augenblickes – Dursthoff ist fasziniert davon, menschliche Emotionen mit der Fotografie einzufangen. Dafür tut er einiges, denn seine Fotos sind perfekt vorbereitet und umsichtig inszeniert. Dennoch ist der Fotograf immer darauf vorbereitet, das Shooting in eine ganz andere Richtung zu lenken. So geschehen zum Beispiel bei einem Shooting mit dem "Zombie-Boy", einem vollständig als Leichnam tätowierten Engländer, der partout nicht im Set stehen bleiben wollte und stattdessen lieber mit seinem Kopf ein Loch in die Studiowand schlug. Dursthoff schaltete schnell und überließ es den anwesenden Models, den wilden Mann mit Gaffertape zu bändigen und ihn mit vollem Körpereinsatz im Bild zu halten. Das Ergebnis ist beeindruckend.

Man muss beweglich sein – sonst kann ich ja gleich Spülmittelpackungen fotografieren.

Frank Dursthoff

Auch angesprochen auf seine Vorbilder zeigt sich die Beweglichkeit in Frank Dursthoffs Verständnis von Fotografie – so unterschiedlich sind die Fotografen, die er nennt. Den Italiener Mario Testino bewundert er für seine glamourösen Inszenierungen, den US-Amerikaner David LaChapelle für seine Fähigkeit, berühmte Menschen genau so abzulichten, wie er es sich vorstellt (und wie die Berühmtheiten sich das nie vorstellen würden). Am Briten Rankin wiederum fasziniert ihn das genaue Gegenteil, die Schlichtheit seiner Inszenierung und die Fähigkeit, genau den Moment zu finden, in dem Menschen ihre Persönlichkeit zeigen. Emotionen sind Frank Dursthoff dabei immer das Wichtigste. Er möchte mit seinen Fotografien Reaktionen erzeugen – gerne auch negative – "sonst kann ich ja gleich Spülmittelpackungen fotografieren", lacht Dursthoff.

Ganz schön unartig

Als Veranstalter einer Partyreihe, die sich in Düsseldorf großer Beliebtheit erfreut und bald auch auf Tour gehen soll, legt er es ebenfalls auf Emotionen an. "Die Party heißt "unartig" und das passt irgendwie auch zu mir", sagt Dursthoff und lacht, dass der Bart wackelt. Kissen- und Tortenschlachten, Federwirbel und Neonfarbenschweinereien gehören zum Repertoire, und es geht einzig und allein um den Spaß, jenseits aller Regeln und Konventionen.

Was als nächstes kommt, weiß Frank Dursthoff nicht so genau. "Ich bin unheimlich schlecht im Planen", sagt er und lässt sich am liebsten treiben. "Mal schauen, wo es hingeht und wo ich es spannend finde."

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