Im Star Club der Gitarren.

Thomas Weilbier, Hamburg

Nach der Bank in den Gitarrenladen
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Thomas Weilbier liebt Lebensgeschichten. Ganz besondes solche, die man mit einem Plektrum zum Klingen bringen kann und die von alten Hölzern, legendären Konzerten und viel Schweiß erzählen. Denn Thomas Weilbier ist der Herr der Vintage-Gitarren.

Nach der Bank in den Gitarrenladen

In gewisser Weise war sein Weg bereits bei seiner Geburt vorgezeichnet. Am gleichen Tag geboren wie einige Jahre zuvor Ringo Starr, der Drummer der Beatles, stellte er schon früh fest, welche erstaunliche Wirkung eine Gitarre haben kann. "Mit einem Gitarrenkoffer in der Hand konnte man alle Frauen kriegen, die man wollte", sagt er in aller Bescheidenheit. Und das war Anreiz genug, sich mit 14 Jahren die erste Gitarre zu kaufen – "für 99 Mark" – und neben der Banklehre in einem Gitarrenladen zu jobben.

Mit einem Gitarrenkoffer in der Hand konnte man alle Frauen kriegen, die man wollte.

Thomas Weilbier

Ein Raum voller Lebensgeschichten

Heute zählen Stars wie Keith Richards von den Stones, David Gilmour von Pink Floyd, Pete Townshend oder Mark Knopfler zu den Kunden von Thomas Weilbier. Im ersten Stock seines Number One Guitar Center im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld liegt seine "Schatzkammer". Zwischen Beatles-Fotografien und dem Schriftzug des  legendären Star Clubs hängen und stehen golden oder perlmuttfarben schimmernde Instrumente mit Lebensgeschichten, wie Weilbier sie liebt. Zum Beispiel die Fender Stratocaster, die er Anfang der Achtziger Jahre in einem Gitarrenladen auf dem Sunset Boulevard in Hollywood fand. Das gute Stück war auseinandergebaut und ziemlich geschunden, doch übte es auf Weilbier eine besondere Faszination aus. Ihre silberne Grundierung, die unter Kennern beliebte Farbe "Candy Apple Red" und die sichtbaren Gebrauchsspuren machten sie in seinen Augen zu etwas ganz Besonderem. Die Gitarre fand ihren Weg zu Scorpions-Gitarrist Matthias Jabs und nach einigen Jahren "auf Tour" zu Weilbier zurück.

"Du merkst, wie diese Hölzer schwingen"

Für Weilbier haben Gitarren eine eigene Persönlichkeit, die erst während ihres Lebens entsteht. Ihre Lebensgeschichte jedoch beginnt schon lange vor ihrem Bau – denn auch das Holz, aus dem sie entsteht, hat mitunter schon einen langen Weg hinter sich. "Du merkst einfach, wie diese Hölzer schwingen", sagt Weilbier. Vor gut zehn Jahren ließ er aus den Bühnenbrettern des Star Clubs, auf denen Anfang der Sechziger Jahre die Beatles ihre Auftritte hatten, gemeinsam mit Fender eine Sonderedition des Modells Stratocaster anfertigen. 20 Stück wurden gebaut und fanden schnell ihre Liebhaber. Denn das Holz des Star Clubs ist für viele Menschen "eine Art heiliger Gral", sagt Weilbier.

Natürlich gibt es auch für ihn noch Highlights. Zum Beispiel die Gitarren von Eric Clapton und Stevie Ray Vaughn, die er vor einigen Jahren für eine Messe organisierte und selbst einmal ausprobieren konnte. "Diese Gitarren haben eine Magie", sagt Weilbier über die über eine Million Dollar teuren Instrumente. Doch die wirkliche Faszination entstehe erst im Zusammenspiel mit dem Musiker. Es ist immer die Verbindung aus beiden. Ein wenig ist das so wie mit Thomas Weilbier und seinen Gitarren.

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